Feuerwehr Rust

Die Einsatzzahlen sind im vergangenen Jahr "exorbitant gestiegen"
Von Irene Bär

Mo, 21. Januar 2019 um 17:36 Uhr Veröffentlicht in der Badischen Zeitung.
http://www.badische-zeitung.de/rust/die-einsatzzahlen-sind-im-vergangenen-jahr-exorbitant-gestiegen

 
Mitglieder der Ruster Feuerwehr wurden geehrt. Foto: Irene Bär

Die Feuerwehr Rust hat in der Hauptversammlung Bilanz gezogen. Die Abteilungen sehen sich gut aufgestellt – trotz der vielen Einsätze im vergangenen Jahr.

Gut aufgestellt und bestens organisiert ist die Ruster Feuerwehr. Das ging aus den Redebeiträgen in der Hauptversammlung hervor. Erfreulich sind steigende Mitgliederzahlen. Eine gemeinsame Übung mit den Wehren aus Ettenheim, Kappel-Grafenhausen und Ringsheim war für Kommandant Florian Bachmann neben der Übergabe des neuen Löschwagens der zweite Höhepunkt im vergangenen Jahr. Allerdings sei die Zahl der Einsätze stark gestiegen.

Der spektakulärste Einsatz war der im Europa-Park im Mai 2018. Darüber habe man genug gehört und es sei genug darüber geschrieben worden, weshalb Bachmann darüber nicht mehr sprechen wollte. Wichtiger war ihm der Hinweis auf das breite Spektrum der Aufgaben. Die Einsätze teilen sich auf in 33 Brandbekämpfungen und 44 technische und sonstige Einsätze. Insgesamt 3126 Stunden haben die Kameraden und Kameradinnen geleistet. Der Kommandant nannte dazu verschiedene Beispiele, etwa das Löschen eines Flächenbrands im Allmendwald, mehrere Wohnungsbrände übers Jahr oder einen Unfall zweier Züge.

Zur Einsatzzahl sagte Bachmann, dass sie "exorbitant gestiegen" sei. Zum Vergleich: 2017 waren es noch 52 Einsätze, zu denen die Wehr ausrücken musste, 2018 waren es 77.

Auf ihre Einsätze bereiten sich die Aktiven regelmäßig vor. 1686 Stunden leisteten sie laut dem Kommandanten bei 36 Übungsabenden und 38 Sonderproben, auf dem Programm stand unter anderem der Umgang mit dem neuen Löschfahrzeug. Auch die Zusammenarbeit mit der Werkfeuerwehr des Europa-Parks funktioniere sehr gut. Beide Seiten profitierten davon.

Übungen und Lehrgänge stehen auch bei der Jugendfeuerwehr regelmäßig auf dem Programm, wie Jugendwart Marco Engelmann berichtete. Die größte war die 24-Stunden-Übung im Oktober. Die Prüfung zur Jugendflamme eins bestanden alle Teilnehmer mit Bravour.

Kameradschaft hat bei Jung und Alt hohen Stellenwert

Die Ruster und die Grafenhausener Jugendwehren unterstützen sich gegenseitig. Wie bei den Großen wird auch bei der Jugend die Kameradschaft gepflegt. Das ist auch Thema bei den Alterskameraden. Laut Obmann Gerhard Baumann treffen sie sich einmal im Monat. Beim Treffen der Alterskameraden aus dem Ortenaukreis in Friesenheim waren unter den 600 Teilnehmern auch die Ruster Kameraden.

Die Abteilungen sind auch im Dorfleben aktiv, dazu zählen diverse kirchliche und Veranstaltungen von Vereinen, das Ferienprogramm der Gemeinde sowie laut Schriftführer Dino Himmelsbach die Teilnahme am Straßenfest und dem Weihnachtsmarkt. Die beiden Veranstaltungen bescherten laut Rechner Sven King gute Erlöse. Das Plus, das er für 2018 buchen konnte, wird laut Kommandant Florian Bachmann für die 2023 anstehenden Feierlichkeiten des 150-jährigen Bestehen gespart.

Großes Lob gab es vom stellvertretenden Kommandanten Alexander Schindler, der nicht nur beim Großbrand im Europa-Park "einen besonnenen und professionellen Einsatz" erlebt habe. Bürgermeister Kai-Achim Klare zollte der Wehr Anerkennung für ihre Arbeit auf allen Gebieten.

Ehrungen: 15 Jahre: Caroline Deibel, Catharina Wittmer, Stefan Deibel, Martin Gruninger, Benjamin Heß, Dino Himmelsbach, Rolf Kneisel, Marco Köhler, Andreas Kunzweiler, Alexander Sattler, Alexander Schindler, Michael Schmiedlin, Markus Wilzcek, Florian Bachmann; 25 Jahre: Karl-Heinz Becker, Gerrit Gorecky, Andreas Haag, Mathias Kunzweilert, Fabio Leidner, Joachim Spoth
Beförderung: Dino Himmelsbach (Hauptfeuerwehrmann)
Wahlen: Kassenprüfer Adrian Weiß; Schriftführer Dino Himmelsbach
Termine: Probenbeginn (15. Februar), Frühjahrsübung (30. März), Waldputzete (16. März), Wettkämpfen zum Leistungsabzeichen in Kippenheim (11. Mai)
Mitglieder: 60 Aktive, 21 Alterskameraden, 28 in der Jugendfeuerwehr


 

Frust in Rust

Der Feuerwehr-Funk im Ortenaukreis funktioniert nicht störungsfrei
Von Irene Bär & Klaus Fischer
Di, 22. Januar 2019 um 14:59 Uhr Veröffentlicht in der Badischen Zeitung.
http://www.badische-zeitung.de/rust/der-feuerwehr-funk-im-ortenaukreis-funktioniert-nicht-stoerungsfrei

Die Technik ist veraltet. Zur Sicherheit wird teils doppelt alarmiert. Der Ortenaukreis verspricht, in Digitalfunk zu investieren - doch der Frust bei einigen Kameradensitzt tief.

 

Ein Notruf über die 112 bringt nicht immer zuverlässig und schnell die
Feuerwehr zum Einsatzort. Die Alarmierungstechnik über Funk arbeitet
nicht zu jederzeit störungsfrei.
Foto: Horatio Gollin

Stell’ dir vor, es brennt, du wählst die "112" – und die Feuerwehr vor Ort kommt nicht, weil sie die Alarmierung der Integrierten Leitstelle in Offenburg nicht erreicht oder es für die Einsatzkräfte vor Ort unklar ist, wo der Einsatzort eigentlich ist. Ganz so schlimm ist es offenbar (noch) nicht. "Es gibt ja Handy", übte sich Jürgen Rauer, Kommandant der Feuerwehr Ettenheim in Galgenhumor. Dass dass die Funktechnik der Feuerwehr kreisweit ihre Tücken, ja Aussetzer hat, ist auch seine Erfahrung.

In der Hauptversammlung der Feuerwehr Rust haben die Verantwortlichen vor Ort jetzt ihre Zurückhaltung aufgegeben und öffentlich Tacheles geredet. Schon seit geraumer sei die Funktechnik nicht mehr stabil. Auch das System der Alarmierung läuft nicht mehr zuverlässig, so die Kritik des Ruster Feuerwehr-Kommandanten Florian Bachmann am Freitagabend in der Versammlung im Feuerwehrgerätehaus. Bei einigen Einsätzen sei es von der integrierten Leitstelle in Offenburg gar zu Doppelalarmierungen gekommen. "Es muss etwas ändern, und zwar schnell", erklärte Bachmann in Richtung Karl-Heinz Debacher.

Funktechnik wie ein Auto, das mit Notrad fährt

Der Ruster SPD-Gemeinderat, als Kreisrat Mitglied des Ausschusses für Umwelt und Technik im Kreistag und als Bürgermeisterstellvertreter als Vertreter der Gemeinde in der Versammlung schien ob der klaren Worte des Ruster Kommandanten überrascht und sagte ein Gespräch mit den Verantwortlichen vor Ort zu. Zu diesem Gespräch will er auch Vertreter des Landratsamtes hinzu bitten.

Dass es sich beim Thema nicht um eine Ruster Übertreibung handelt, erklärte in der Sitzung Thomas Happersberger, stellvertretender Kreisbrandmeister. Die technischen Probleme seien nicht wegzudiskutieren. Er verglich die Funktechnik mit einem Auto, das mit drei richtigem und einem Notrad fährt. Dieser Zustand sei nur noch von kurzer Dauer, so seine Hoffnung. Denn nur wenige Tage zuvor habe ihm Landrat Scherer schriftlich erklärt, dass "mit Nachdruck" an einer Verbesserung gearbeitet werde.

"Ich glaub’s erst, wenn es da ist und funktioniert." Jürgen Rauer

Das ist auch der Informationsstand von Jürgen Rauer. Doch auch der Ettenheimer Stadtkommandant beklagte, dass es mit dem Einsatz eines modernen digitalen Alarmierungssystems so lange dauert. "Seit der Fußball-WM in Deutschland, also seit 2006 warten wir auf ein neues Digitales Alarmierungssystem, das inzwischen bei der Polizei eingeführt ist. Bei der Feuerwehr wird die Einführung Jahr für Jahr verschoben. Jetzt soll’s 2020 kommen. Ich glaub’s erst, wenn es da ist und funktioniert", erklärte Rauer.

Die technischen Probleme werden vom Kreis nicht bestritten. Wie bei jedem technischen System könne es aber auch hier zu Störungen kommen, aus unterschiedlichen Gründen, heißt es in einer Stellungnahme von Urs Kramer, dem Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt auf Anfrage der Badischen Zeitung. Dies könne durch sich ändernde Wetterverhältnisse, elektromagnetische Felder in Gebäuden und der Umwelt oder auch von Einwirkungen von externen Störsendern (Radio, Mobilfunk) geschehen.

Leitstelle alarmiert zur Sicherheit auch doppelt

In Einzelfällen sei es dazu kommen, dass die alarmierten Einsatzkräfte in der ersten Alarmierungswelle nicht vollständig erreicht werden konnten, so der Amtsleiter. Die bislang aufgetretenen Störungen, die von von der Leitstelle selbst festgestellt oder an diese herangetragen wurden, stellten aber eine sichere Alarmierung der Feuerwehren nicht in Frage, erklärt Urs Kramer gegenüber der BZ. Kramer: "Selbstverständlich versuchen unsere Techniker der Systemadministration, gemeldete Störungen zeitnah zu beheben. Hier erfolgen auch notwendige Investitionen, um das Bestandsnetz störungsfrei in Betrieb halten zu können".

Derzeit installiere der Ortenaukreis parallel zum bestehenden Digitalen Alarmierungssystem ein neues Digitales Alarmierungssystem, das im nächsten Jahr das Bestandsnetz ablösen soll, so Urs Kramer weiter. Um technische Unsicherheiten bei der Umstellung des alten auf das neue System auszugleichen, habe die Leitstelle seit August 2018 im Einsatzfall zusätzlich eine Wiederholungsalarmierung durch die Leitstelle veranlasst. Das sei auch der Grund, warum es gelegentlich auch zu Doppelalarmierungen gekommen sei.

   

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