Mo, 26. September 2016
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: Bernhard Rein

Wehren agieren aus einen Guss

Renaissance der Großübung der Feuerwehren aus dem Südbezirk / Übungsannahme: Ruster Kindergarten in Flammen.

 

 

Künstlicher Rauch sorgte für realistische Bedingungen für die Atemschutzträger.
Foto: Bernhard Rein

 
   
 

80 Feuerwehrleute aus allen Südbezirk-Wehren waren bei der Großübung am Ruster
Kindergarten St. Michael im Einsatz – und bewiesen, dass sie gut harmonieren.
Foto: Bernhard Rein

 

 

RUST. Vor rund zehn Jahren haben die gemeinsamen Übungen der Feuerwehren im Südbezirk zum Jahresprogramm der Floriansjünger rund um Ettenheim gehört. Dann setzte man die gemeinsamen Übungen ab. Florian Bachmann und Alexander Schindler von der Feuerwehr Rust waren der Meinung, dass man wieder regelmäßig zusammen üben solle. Bei größeren Einsätzen ist man auf eine reibungslose Zusammenarbeit angewiesen. Am Freitagabend war wieder Großeinsatz der Südbezirk-Feuerwehren.

Vor vielen Jahrzehnten waren die einzelnen Wehren in den einzelnen Orten eine Art "Einzelkämpfertruppe" und mancher Einsatz wurde mit "Das ist unser Brand" kommentiert, bevor man Hilfe von auswärts anforderte. Diese Zeiten sind vorbei. Die Wehren seien sich bewusst, dass jede Truppe die Hilfe der anderen Wehren dringend brauchen kann, so Bachmann und Schindler gegenüber der Badischen Zeitung. Dennoch: Die Gesamtübung am Freitagabend war für die Wehrmänner ein gut gehütetes Geheimnis. Bis zum Alarm wussten die Wehrmänner und -frauen aus Rust, Ringsheim, Kappel-Grafenhausen und Ettenheim nur, dass eine Übung an diesem Tag anstehen würde, mehr nicht.

Künstlicher Rauch wirkt realistisch

Die Übungsannahme war realistisch: Im Pfarrzentrum St. Michael in Rust kam es während einer Schulveranstaltung mit rund 80 Personen zu einem Brand auf der Bühne. Grund hierfür war ein Auftritt mit offenem Feuer. Während der Veranstaltung war die Tür zum katholischen Kindergarten geöffnet, so dass sich das Feuer und die starke Rauchentwicklung in den gesamten Kindergarten ausbreitete. Nicht alle Personen konnten sich in Sicherheit bringen. Da normalerweise zu dieser Zeit der Kindergarten gereinigt wird, war unklar, ob noch weitere Personen im Gebäude sind.

Aufgrund der unklaren Brandmeldung wurde sofort die Feuerwehr Ettenheim als Unterstützung alarmiert. Da die Menschenrettung und Brandbekämpfung nur unter Atemschutz erfolgen kann und das Objekt sehr weitläufig ist wurden zeitnah auch die Feuerwehren aus Kappel-Grafenhausen und Ringsheim zur Unterstützung angefordert. Zugleich wurde auch die Bereitschaft des DRK-Ortsvereines Rust zur Versorgung der Verletzten in Marsch gesetzt.

Nach der stillen Alarmierung übernahm die Wehr aus Rust den Innenangriff sowie die Menschenrettung zur Hindenburgstraße hin und baute eine Riegelstellung zum Schutz benachbarter Gebäude auf. Automatisch durch die Alarmierung rückte auch der neue Führungstrupp Rhein-Süd an, der den Einsatzleiter Fabio Leidner (Rust) bei seinen Aufgaben unterstützte und berät.

Die Ettenheimer Wehr griff vom Friedhof her im rückwärtigen Bereich in das Geschehen ein und rettete Menschen aus dem Gebäude. Die Ettenheimer Drehleiter wurde zur Brandbekämpfung im Hof des Pfarrzentrums in Stellung gebracht. Die Wehr aus Kappel-Grafenhausen stellte eine Riegelstellung nach Westen, die Ringsheimer Wehr eine nach Osten bereit. Die Atemschutzträger der beiden Wehren unterstützten die Ruster und Ettenheimer Kollegen.

Rund 80 Feuerwehr- und DRK-Angehörige waren an der Übung beteiligt, die mit klaren Kommandos und sehr effektiv ablief. Das Pfarrzentrum und der Kindergarten war mit Nebelmaschinen komplett vernebelt und den zahlreichen Zuschauern, darunter auch Bürgermeister und Gemeinderäte, wurde eine realistische Szenerie geboten.

Nach der Übung traf man sich im Gerätehaus zu Schnitzel und Kartoffelsalat. Florian Bachmann, der Ruster Interims-Kommandant, freute sich über den den gelungenen Übungsverlauf und die reibungslose Zusammenarbeit. Bürgermeister Kai-Achim Klare zeigte sich beeindruckt von der Gesamtleistung der Rettungsorganisationen und dankte allen Beteiligten für ihre Arbeit zum Wohle und dem Schutz der Allgemeinheit.

 

 

   

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