Badische Zeitung Mi, 16. November 2016
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: Klaus Fischer

Masterplan für die Ruster Feuerwehr

15 000 Übernachtungsgäste täglich sind für Rettungskräfte besondere Herausforderung / Masterplan auch fürs Rathaus-Quartier.


 

Auch bei der Gestaltung des Rathaus-Vorplatzes ist die Ruster Feuerwehr nicht
nur wie hier im Einsatz, sie liefert auch wichtige Grunddaten.
Foto: Bernhard Rein

 

Einsatzbereit, aber technisch ausbaufähig: Die Feuerwehr Rust im Einsatz.
Foto: Bernhard Rein

RUST. Von Masterplan sprechen heutzutage Kommunalpolitiker immer dann, wenn stadtplanerische Strategien entwickelt und Handlungsvorschläge erarbeitet werden. Masterplan war auch am Montag im Ruster Gemeinderat eine vielbenutzte Vokabel, als es um die Neugestaltung des Rathausumfeldes ging. Dass dazu auch aus dem Dienstbereich der Freiwilligen Feuerwehr wichtige Basisinformationen kamen, war ungewöhnlich, aber nicht zufällig. Denn mit viel Aufwand hat die Feuerwehr gerade einen Bedarfsplan für das nächste Jahrzehnt aufgestellt. Zentrale Info daraus: Während der Europa-Park-Saison beherbergt Rust um die 15 000 Gäste.

Masterplan Feuerwehr
Daraus leite sich für die Feuerwehr ab, dass sie in die Lage versetzt werden müsse, zu jeder Tages- und Nachtzeit auch diese Anzahl von Menschen zu schützen, erklärte Bürgermeister Kai-Achim Klare bei der Vorstellung des 40 Seiten umfassenden Feuerwehrbedarfsplans, dem Masterplan für die künftige Ausrüstung der Ruster Feuerwehr. Klare: "Wir sind ein Dorf mit 4000 Einwohner und dörflichen Strukturen, müssen zum Schutz von Menschen aber Lösungen haben für Aufgaben von städtischem Ausmaß". Um diese Aufgabe wissend hatten Verwaltung und die Spitze der Feuerwehr um Kommandant Florian Bachmann für der Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplanes professionelle Hilfe geholt. Christian Emrich, Brandschutz- und Feuerwehrspezialist der Berufsfeuerwehr München war im Sommer zu einem Workshop in Rust.

"Schon die Risikoanalyse zum Einstieg in den Workshop brachte auch für uns unerwartete Ergebnisse und warf Fragen auf, die wir so nicht erwartet hatten", erklärte Bachmann vor dem Gemeinderat. Verdichtete Bebauung, viele Beherbergungsbetriebe, 15 000 Menschen im Dorf aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Sprachen seien nur einige Herausforderungen, der sich die Ruster Feuerwehr stellen müsse. Dazu die nicht ganz unproblematische Ortslage mit hoher Verkehrsdichte auf den Zufahrtsstraßen zu besonderen Tageszeiten, was zum einen die Unterstützung der Partnerfeuerwehren aus dem Umland erschwere, aber auch ein schnelles Eintreffen des Ruster Feuerwehrpersonals, das auswärts arbeitet, berühre.

Zwei Einsatzszenarien seien im Workshop durchgespielt worden: Brand im Obergeschoss eines Gebäudes und Hilfeleistung bei einem Autounfall mit Verletzen. Fazit, so Klare und Bachmann: Die Gemeinde werde in den nächsten Jahren in die technische Ausrüstung investieren müssen, beispielsweise in ein Fahrzeug mit Drehleiter (der nächstgelegene Standort einer Drehleiter ist Ettenheim). Zwischenruf des Bürgermeisters an dieser Stelle: "Mit Feuerwehrfahrzeugen ist’s wie mit Kindersitzen: Sie sind selten günstig, aber lebenswichtig." Unterdessen sehen Verwaltung und Feuerwehrspitze auch Bedarf für Investitionen in die Bereiche Aus- und Fortbildung sowie Mitarbeiterwerbung.

Breite Zustimmung erfuhren Analyse und Strategien im Ratsrund. "Der Bedarfsplan ist ein wichtiger Mosaikstein für unsere mittelfristige Finanzplanung", erklärte SPD-Sprecher Karl-Heinz Debacher. Ewald Scherer (FW) analysierte, dass " es die Gemeinde auf die nächsten Jahre teuer kommen wird", mahnte zugleich an, dass die Gemeinde die Parkplatz-Situation in den engen Straßen im Blick behalten müsse, um die Einsatzwege für die Feuerwehr frei zu halten.

Masterplan Rathausumfeld
Wer neben der Wohnbevölkerung auch 15000 Touristen täglich im Dorf beherbergt, ................

 

   

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