Mo, 12. Juni 2017
Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der Badischen Zeitung.
von: Bernhard Rein

Auf Augenhöhe mit Leuchtturm
Ruster Feuerwehr übernimmt neues Drehleiterfahrzeug.

Rettung aus großen Höhen und ungewöhnliche Perspektiven eröffnet das neue Rettungsfahrzeug
der Feuerwehr, das von Pfarrer Michael Gardner vor dem Bell Rock geweiht wurde. Foto: Bernhard Rein

RUST. "DL(K) 23 / 12 L32A XS 2.0": Hinter dieser Kombination versteckt sich das neue Drehleiterfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Rust, das am Samstag offiziell von Bürgermeister Kai-Achim Klare an die Wehr übergeben und von Pfarrer Michael Gartner gesegnet wurde.
"Ein großer Tag für die Feuerwehr und die Gemeinde Rust", da waren sich alle Redner einig und so feierte man mit einem familiären Fest. Wasserspiele und Einsatzübungen sowie ein Malwettbewerb gab es für die Kleinen, für die Großen gab es einen Vortrag "Brandschutz im Haushalt" von Kommandanten-Stellvertreter Alexander Schindler und natürlich Speis’ und Trank, gemanagt von der Narrenzunft. Erfreulich viele Vertreter der Feuerwehren der Nachbargemeinden und aus der Partnergemeinde Marlenheim nahmen an dem Fest teil.
Kommandant Florian Bachmann stellte das neue Fahrzeug vor, dass rund 570 000 Euro kostet. Die Drehleiter löst den Hubsteiger ab, der für rund 100 000 Euro gebraucht verkauft wurde. Die Arbeitshöhe der Leiter ist 32 Meter, beim 12 Meter Ausladung beträgt diese trotzdem noch 23 Meter. Der Korb kann mit 500 Kilo beladen werden. Dies ist wichtig bei Rettungen aus Beherbergungsbetrieben, so können gleich mehrere Personen nach unten befördert werden. Im Korb befindet sich auch ein Wasserwerfer, der rund 2000 Liter pro Minute versprühen kann. Zur Ausstattung gehört auch eine Schwerlasttrage bis 250 Kilo sowie ein Sprungretter. Rund 15 Tonnen ist das Gerät schwer.
Bürgermeister Kai-Achim Klare meinte humorvoll, dass bei der roten Farbe wohl jeder Ferrari-Fahrer neidisch auf dieses moderne Fahrzeug würde. Die Gemeinde habe sich gewandelt und damit auch die Aufgaben der Feuerwehr. Ein Bedarfsplan wurde im letzten Jahr in einem Workshop erarbeitet und wurde für die kommenden fünf Jahre vom Gemeinderat verabschiedet.
Pfarrer Michael Gartner nahm die kirchliche Segnung des Fahrzeuges vor. Kollegiale Grüße überbrachten Fabio Leidner von der Europa-Park-Werkfeuerwehr und Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Leidner betonte, dass nun bei Rettungen am Bell-Rock-Leuchtturm die Ruster Wehr schnell helfen könne. Bisher war das Aufgabe der Ettenheimer Wehr gewesen. Symbolisch wurde ein großer Schlüssel übergeben, das neue Fahrzeug quittierte diesen Akt mit lautem "Tatütata" und danach fanden die Fahrten in luftige Höhen statt.
Die Investition von mehr als einer halben Million Euro war das Ergebnis eines mit großem Aufwand im vergangenen Jahr aufgestellten Bedarfsplan der Feuerwehr. Zentrale Aussage darin: Während der Europa-Park-Saison beherbergt Rust um die 15 000 Gäste. Daraus leite sich für die Feuerwehr ab, dass sie in die Lage versetzt werden müsse, zu jeder Tages- und Nachtzeit auch diese Anzahl von Menschen zu schützen.
Um diese Aufgabe wissend hatten Verwaltung und Feuerwehr spitze für der Aufstellung des Feuerwehrbedarfsplanes sogar professionelle Hilfe geholt. Christian Emrich, Brandschutz- und Feuerwehrspezialist der Berufsfeuerwehr München war im vergangenen Sommer zu einem Workshop in Rust. Verdichtete Bebauung, viele Beherbergungsbetriebe, 15 000 Menschen im Dorf aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Sprachen seien die großen Herausforderungen, der sich die Ruster Feuerwehr stellen müsse. Dazu komme die nicht ganz unproblematische Ortslage mit hoher Verkehrsdichte auf den Zufahrtsstraßen zu besonderen Tageszeiten.

Viel Platz im Rettungskorb: Michael Gartner, Alexander Schindler,
Florian Bachmann, und Kai-Achim Klare (von links) Foto: Bernhard Rein

In luftiger Höhe: Kommandant Florian Bachmann
und Bürgermeister Kai-Achim Klare Foto: Bernhard Rein

   

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